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Bericht als PDF-File herunterladen Molosserrassen als TherapiehundeIn der Zeit als das Gerede um die Kampfhunde auf dem Höhepunkt war, lasen wir einen Artikel über Therapiehunde. Unser Interesse war geweckt und wir dachten unsere Hündin Ambra wäre für eine solche Aufgabe geeignet. Leider wurde die Bullmastiffhündin vom Therapiehundeverein Schweiz nicht akzeptiert, wegen des Kampfhunderenommés. Durch Zufall erfuhren wir einige Monate später vom Pilotprojekt des neu gegründeten Vereins Partnerhunde Schweiz. Dort wurde das zukünftige Therapiehundeteam einem Eignungstest unterzogen (Voraussetzung für den Hund ist eine gute Familienhundeausbildung) und so begann dann eine recht intensive Ausbildungszeit. Während der ersten Monate fanden Theorielektionen nur für den Hundeführer statt mit dem Ziel, diesen auf seine zukünftige Aufgabe mit dem Hund vorzubereiten. Dabei wurden Kenntnisse über die Patienten mit ihren vielen verschiedenen Krankheitsbilder vermittelt, Kenntnisse über den Umgang mit erwachsenen Patienten, Alten, Invaliden, behinderten Kindern usw. Weiter wurde natürlich die Rolle des Hundes in der Umsorgung kranker Menschen ausführlich behandelt. Empathie, Kommunikation mit Mensch und Hund, praktische Ideen, Regeln für den Therapieeinsatz usw. dürfen für den Hundeführer keine Fremdwörter sein. Der zweite Teil der Ausbildung findet mit den Hunden statt. Dabei kommt die Grundausbildung dem Team zugute. Geübt werden Situationen, wie sie beim Einsatz vorkommen können. Der Hund darf keinesfalls ängstlich sein, Gehorsam ist Voraussetzung, er darf sich bei der Aufgabe nicht ablenken lassen, ungewöhnliche Bewegungen und Laute oder Schreien von Personen muss er tolerieren. Neben dem Rollstuhl gehen, Liftfahren, ungeschickte Kontakte durch Dritte oder eine feste Umarmung ertragen, all das wird mit dem Hund geübt. Praktische Einsätze gibt es bereits im Verlauf der Ausbildung. So war es doch ein besonderes Erlebnis für einen Jungen, als er mit Ambra im Wald spazieren durfte, dabei anfing zu singen und Ambra mit ihm in den Wald heulte. Nach ca. 20 zweistündigen Lektionen während eines halben Jahres steht die Schlussprüfung bevor. Hier zeigt sich, was das Hundeteam gelernt hat. Es muss sich in vielen verschiedenen Situationen richtig zu verhalten wissen und damit die Eignung zum Therapiehundeteam unter Beweis stellen. Wenn alles klappt, erhält das Team den Ausweis zur Berechtigung zum Einsatz als Therapiehundeteam. Dieser Ausweis ist ein Jahr gültig. Das Team muss sich seine Einsätze bestätigen lassen um eine Verlängerung zu erhalten. Ambra und ihr Meister haben das Ziel erreicht. Die Einsätze die sie zusammen leisteten, haben Alten und Behinderten viel Freude gebracht. Gerne merke ich hier an, dass sich die Bullmastiffs und überhaupt alle Molosser-Rassen bei hundegerechter, liebevoller aber auch konsequenter Haltung und Führung für solche Aufgaben hervorragend eignen. Leider musste Ambra, die eine so freundliche Hündin war und vor allem auch Kinder über alles liebte, im Alter von nur sechseinhalb Jahren wegen Knochenkrebs sterben. Wir haben mit ihr eine wundervolle Zeit verbracht. Nun haben wir eine neue Hündin der Rasse Cane Corso. Es ist unser erklärtes Ziel Luna so zu erziehen, dass auch sie zu gegebener Zeit die Ausbildung zum Therapiehund machen kann. Die Familienhundekurse, resp. Die Hundeausbildung nach System Ochsenbein (Urs Ochsenbein – Der neue Weg der Hundeausbildung bis zum Dienst- und Rettungshund – Verlag Müller Rüschlikon) bieten dem Hundeführer hervorragende Anregung zur hundegerechten Erziehung ohne Druck. Gerne möchte ich allen Hundehaltern der Rassen, welche immer wieder für Negativ-Schlagzeilen sorgen, ans Herz legen, ihre Lieblinge hundegerecht zu erziehen und von den groben Drillmethoden abzusehen. Sie werden sehen, Sie und ihr Hund werden ein wunderbares Team sein. Nicht zu vergessen: Auch ein gut erzogener Familienhund wird bei drohender Gefahr seinen Meister oder seine Familie verteidigen! Hundekurse werden an verschiedenen Orten angeboten durch: Riko Dogs GmbH – Esther und Felix Rickenbach, 8874 Mühlehorn, 055 614 11 20 / www.riko-dogs.com Verein Partnerhunde Schweiz, Sekretariat Ruth Renfer, Mösliweg 11, 3250 Lyss 032 386 11 77 / www.partnerhunde.ch Autor: Rosmarie Jau, Oeleweg 17, 3250 Lyss, 032 384 50 58 |
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