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Therapiehunde-Einsatz auf der Suchtfachstelle

Therapiehunde-Einsatz auf der Suchtfachstelle
(UST, unité spécialisée en toxicomanie) der Stadt Freiburg

Franz K. (Name erfunden) erscheint zwar regelmässig am acht Uhr morgens auf der Suchtfachstelle um seine Methadonkapseln abzuholen, doch eine Verabredung mit seinem verantwortlichen Krankenpfleger oder seinem Psychiater einzuhalten bereitet dem nun bereits 41 Jährigen immer noch grosse Mühe.

Doch heute ist ein spezielles Rendez-vous: Franz K. weiss, dass ihn heute ausser dem Medizinfachpersonal auch der Therapiehund "Lupa" erwartet.

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Bereits beim ersten Treffen mit "Lupa" hat sich Franz K. viel entspannter gefühlt: Der Therapiehund ist vorsichtig, aber mit einem eindeutigen Schwanzwedeln auf ihn zugekommen und hat sich fest an seine von den unzähligen früheren Injektionen vernarbten Beine angeschmiegt.

Natürlich bereitet das aktuelle Thema Franz K. einige Schwierigkeiten: sein neuerdings wieder angestiegener Schlaftablettenkonsum, doch zum Glück ist der Einstieg auf die Fragen dank der Anwesenheit von "Lupa" etwas leichter: Franz K. regt sich weniger auf. Auch dann, als er erfährt, dass seine Schlaftabletten-Tagesdosis aus medizinischen Gründen nicht erhöht werden kann.

Am Ende des Gespräches kann sich Franz K. ausgiebig von "Lupa" verabschieden, er hat es geschafft, das Gespräch diesmal nicht frühzeitig zu beenden. Das Zimmer trotz der für ihn schwierigen Situation nicht mit heftigem Türe zuschlagen zu verlassen.

Seit Januar dieses Jahres ist Lupa nun offiziell einmal pro Woche in der Suchtfachstelle UST mit mir als Therapiehunde-Team im Einsatz; die Reaktionen der Patienten und des UST-Teams sind fast durchwegs positiv bestätigt auch der Leiter der Suchtfachstelle Dr. med. C. Uehlinger. Die Tatsache, dass Lupa ihre Schabracke trägt, hat die Akzeptanz der Anwesenheit eines Hundes in der Fachstelle erleichtert, umso mehr als sie sich dadurch auch optisch von den Hunden der Patienten unterscheidet, die hingegen ausdrücklich Hausverbot haben.

Der Therapiehund schafft es fast immer, sich selbständig an die jeweiligen Situationen mit den Patienten anzupassen. Auch gerade in Krisensituationen trägt er wesentlich zur Beruhigung bei.

Im Bereich der ambulanten Psychiatrie bietet so der Therapiehund besonders Menschen mit vielmals auch körperlichen Kontaktschwierigkeiten (z.B. Vergewaltigungsopfer) eine Brücke zu den oft feindlich erlebten Mitmenschen. Die Aufmerksamkeit des Patienten braucht nicht zu 100% auf den Therapeuten fixiert zu sein, der Hund wirkt oft als Katalysator des therapeutischen Prozesses, das kleine Plus durch seine Anwesenheit beim Gespräch kann in gewissen Situationen die entscheidende Rolle spielen.

Verein Partnerhunde Schweiz, Sekretariat Ruth Renfer, Mösliweg 11, 3250 Lyss

032 386 11 77  / www.partnerhunde.ch

Autor: Dr. med. Jeorge M. Riesen, Assistenzarzt Psychiatrie