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Bericht als PDF-File herunterladen Ein Schlitzohr im EinsatzWenn wir am Mittwochnachmittag mit dem Auto auf den Parkplatz des Berner Zieglerspitals einbiegen, gibt ‚Topo’ bereits lautstark zu bemerken, dass er während der Fahrt ganz genau zum Fenster hinausgeschaut hat und dass er weiss, wo wir sind. Eine Mischung aus Aufgeregtheit und Freude hört man aus seinem Bellen heraus. Jetzt noch rasch das Fell bürsten, die Pfoten mit einem Tuch putzen und allenfalls die andere Leine mitnehmen; und schon geht’s für uns beide los. ![]() ‚Topo’ ist jetzt ganz ruhig und marschiert brav neben mir zum Eingang des Renfer-Hauses. Er freut sich, wenn er schon beim Betreten des Spitals von bekannten Gesichtern gerufen und kurz gestreichelt wird. Doch er weiss, die eigentliche „Arbeit“ wartet im 01. Stockwerk auf ihn. Für mich ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass die Pflegerinnen, denen wir im Gang begegnen, stets ein paar liebe Worte an Topo richten und ihn auch mal ausgiebig knuddeln – eh sie bemerken, dass da am anderen Ende der Leine ja auch noch jemand ist...! Der stolze Ausdruck im Gesicht meines Hundes nach so einer ‚Knuddel-Lektion’ lässt keine Zweifel offen: er nimmt seinen ‚Job’ ernst. Und so treffen wir jeweils um 15.45 Uhr im Aufenthaltsraum auf etwa 3-10 erwartungsvolle Gesichter. Jetzt ist es Topo’s Aufgabe, jede Person zu begrüssen. Er schnüffelt kurz an den Händen, an den Kleidern und an den Rollstühlen. Zuweilen schnuppert er auch ganz intensiv am Boden herum, was sicher daran liegt, dass die Bewohner jeweils das Mittagessen in diesem Raum einnehmen! Einige Patienten kennt Topo schon länger, andere sind für ihn ganz neu. Einige sitzen gelassen und uninteressiert in ihren Stühlen, andere rufen den Hund sofort zu sich und möchten ihn am liebsten nicht mit den anderen teilen. So unterschiedlich die Patienten charakterlich sind, so ungleich verläuft jeweils der Einsatz. Es kann sein, dass sich Topo nach einer Viertelstunde bereits hinlegt und nicht mehr um Aufmerksamkeit wirbt. Meistens aber geniesst er das Interesse der Patienten und zeigt bereitwillig Kunststücke. So kommt es vor, dass sich Topo auf eine Stuhl setzt und zum Entzücken aller Leute in die Runde winkt. Oder er legt sich auf das Kommando „schlafen!“ flach auf den Boden und rollt sich dann zur Seite. Meist wollen die Patienten ganz viel über Topo wissen und sie erzählen dann, dass sie in ihrer Vergangenheit auch einen Hund hatten. Es ergeben sich unterhaltsame Gespräche, vor allem auch zwischen den Patienten. ![]() Einige sind kaum in der Lage, sich mitzuteilen, andere können zwar problemlos sprechen – vergessen aber von mal zu mal wie der Hund heisst oder noch schlimmer; sie erinnern sich gar nicht mehr an uns beide. Solche Situationen überspiele ich jeweils so, dass ich den Hund dieser Person erneut vorstelle und etwas über ihn erzähle; in der Gewissheit, dass die Person uns beim nächsten Besuch wieder nicht mehr kennt... Ein paar alte Damen sind ganz verliebt in Topo. Obwohl sie mich immerzu fragen, ob sie den Hund nicht wenigstens eine Nacht bei sich behalten dürfen, nehme ich Topo natürlich nach jedem Einsatz wieder mit nach Hause! Nach 30-45 Minuten im Einsatz wirft Topo mir einen „ich-hab-jetzt-genug“-Blick zu und ich fordere ihn auf, jeder Patientin und jedem Patienten zum Abschied die Pfote zu reichen. Ich verspreche, dass wir bald wieder zu Besuch kommen und verabschiede mich dann. ![]() Den anschliessenden Spaziergang hat sich Topo verdient. Er macht seinen ‚Job’ als Therapiehund in der Regel sehr gut und ist immer freundlich. Er begegnet den Patienten ohne Vorurteile und erwidert deren Zuneigung auf seine Weise. Er ist ein Clown, der es versteht, die Menschen zum Lachen zu bringen. Ob es wohl das ist, was seine Arbeit so wertvoll macht...?! Autorin: Petra Schmid
Verein Partnerhunde
Schweiz, Sekretariat Ruth Renfer, Mösliweg 11, 3250 Lyss |
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